Dienstag, 18. Juli 2017

Die Nähmaschine Privileg 865

Es war wohl im Sommer 2008 oder 2009, dass wir auf einem Flohmarkt über diese schöne Nähmaschine stolperten. Sie lief tadellos und war genau richtig für Tochters erste eigenständige Nähversuche. 
Bevor ich die Maschine neulich verschenkt habe, habe ich noch einmal alles geölt und gecheckt und es gab noch eine kleine Fotosession: 

Die Maschine hat eine gute Stichauswahl: 
Mit "N" kann man Geradstich und Zickzack nähen. 
Das Drehrad rechts oben regelt die Stichlänge von 0-5mm, der weiße Knopf in der Mitte wird zum Rückwärtsnähen gedrückt. 
Der Hebel darunter stellt die Stichbreite ein. Mittels der beiden Knöpfe rechts und links kann man den Zickzack stufenlos in jeder Breite bis zu 5mm festlegen. Mann kann den Zickzackhebel aber auch "während der Fahrt" betätigen und dadurch hübsche Muster nähen (Foto unten). Das geht durch die Anordnung des Hebels sehr gut. 
Mit "LMR" lässt sich durch eine Drehung des Rades die Nadelposition verstellen (links- rechts-Mitte). 
Ansonsten gibt es eine Knopflochhalbautomatik (A-D), einen Blindstich (3), den "genähten" Zickzack (2), den Dreifachgeradstich (5) eine Art Overlockstich (4) und wofür jetzt (1) gut war, habe ich vergessen (Pulsmessung?). 
(Der grüne Strich war schon vorher auf den Probestoff - sorry.)

Alle Stiche lassen sich in beliebigen Kombinationen in Länge und Breite verstellen, so dass man z.B. aus dem Dreifachgeradstich einen Dreifachzickzack machen kann. 

Der Overlockstich ist allerdings nicht ganz ausgereift. Um ihn sinnvoll einsetzen zu können, müsste man das Nähgut mit der Kante nach links führen, also genau andersherum, als man es gerne macht. Aber: Mit verringertem Nähfußdruck lässt sich Jersey zumindest ordentlich und ohne nennenswerte Überdehnung führen und nähen. 
Hier, unter der Vorderklappe, kann der Nähfußdruck verstellt werden:
Zum Originalzubehör gehörten wohl unter anderem ein großer Anschiebetisch, eine Geradstichplatte (!) und natürlich verschiedene Füße, wie z.B. der Knopflochfuß. Das Zubehör war aber leider bei den Vorbesitzern verloren gegangen. Nun, ich konnte einiges aus meinem Paff-Sammelsurium verwenden, und so war die Maschine tatsächlich ein gutes, robustes und unkompliziertes Nutztier für viele Fälle. An Spulen passen jene "für den kleinen Umlaufgreifer". 

Hier wollte ich nochmal ein scharfes Foto vom kleinen "Doppelten Umlaufgreifer" nachlegen und stellte dabei fest: Oh weh, da hat sich Faden verwickelt! 
Das passiert, wenn man mit eingefädelter Maschine aber ohne Stoff näht. Das sollte man also lieber bleiben lassen! 

Das Pedal: 

In der Bedienungsanleitung ist aufgeführt, wo genau man die Maschine ölen soll. Dazu muss man den Deckel abschrauben. 
Diese Kunststoffräder stehen im Ruf, mit der Zeit unter Materialermüdung zu leiden und dann zu zerbröseln. Bei meiner Maschine machten sie aber zum Glück noch einen recht frischen Eindruck: 
Von unten gibt's jetzt nichts Weltbewegendes zu sehen und zum Aufschrauben gab es eigentlich keinen Grund, so hab ich's gelassen... 
Das Tochterkind braucht nun keine Nähmaschine mehr und so habe ich sie neulich an eine gute Freundin verschenkt. Diese hatte früher schon mal eine Privileg, die dann kaputt ging und entsorgt wurde, aber das Zubehör hat sie aufbewahrt..... Das könnte sich jetzt als praktisch erweisen. Mögen sie und ihre Tochter viel Freude damit haben. 


Sonntag, 16. Juli 2017

SD-Karten-Finder

Immer ist keine SD-Karte, da, wenn er eine braucht, sagt der Mann, der aus beruflichen Gründen öfter mal nach einer sucht. 
Also muss eine Aufbewahrung her, in der die Karte immer griffbereit ist. Am besten am Schlüsselring. 

So nähte ich letzte Woche mal ganz auf die Schnelle und "freischnautze" ein SD-Karten-Ei im angesagten "Shabby-Style". Ohne Verschluss, damit man die Karte ratzfatz und ohne Fummeln und Knöpfen bei der Hand hat. 
Es hat sich zwar schon bewährt, genügt aber meinen ästhetischen Ansprüchen nicht.  
Also habe ich heute nochmal nachgelegt. 
Die Anleitung findet sich im Prinzip hier, allerdings habe ich einen Stoffstreifen von 5,8cm x 25 cm zugeschnitten, damit die Größe passt. 

"Genietete" Plastiksnaps wie beim Original tragen unheimlich auf und klemmen auch mal gerne. Deshalb habe ich einen "normalen", leichten Plastik-Druckknopf aus meiner umfangreichen Knopfsammlung gefischt und aufgenäht. 
Diese Kartenverpackung gefällt mir besser, wobei die Nähte noch deutlich schöner werden können. (Das kommt davon, wenn man für ein paar cm Naht kein Probestück auf der neumodischen Maschine anfertigt, oder einfach noch nicht genug Näherfahrung mit dem Ding hat, oder?) 

Mal sehen, welches der beiden Etuis demnächst bevorzugt zum Einsatz kommt. Dann nähe vielleicht nochmal ein richtig Schönes.... 

Montag, 10. Juli 2017

Garne in grau und blau

Im Juni wurden noch ein paar Wollstränge fertig.... vor meinem Blog steht Zeug im Stau... 
Zwei Stränge Polarfuchs/Islandwolle:

Eine Freundin hatte sich vor einiger Zeit aus diesem Material Socken gestrickt und war davon sehr angetan. Darum wollte ich ihr noch einmal eine Portion "Sockenwolle" spinnen. 

Tja, da hätte ich beim Spinnen vielleicht mal auf die Hände gucken sollen, anstatt auf die Wand, auf der wir in Ermangelung eines Fernsehers ab und zu mal einen Film gucken.
Entstanden ist ein rustikales, strukturiertes und elastisches Garn mit viel Drall. Schön, aber für Socken eher nicht geeignet.... 

Memo: 
Sonata 1 :18, Zwirn: Bliss
ca 205g/335m


Und ein Strang kuschelweiches BFL, ebenfalls ein "Film-Garn" und ebenfalls mit viel Drall und interessanter Struktur, aber deutlich mehr Lauflänge. 
Das käme bestimmt im einem schlichten Tuch sehr schön zur Geltung. 
Memo: 
Kammzug selbst gefärbt (Säurefarben)
Sonata 1 :18, Zwirn: Bliss
ca. 154g/561m