Dienstag, 21. November 2017

Mein Malottke-Bockrad

Dass es den schönen Namen "Dornröschen-Spinnrad" trägt, habe ich erst gestern gelernt, als ich meine Überlegungen, für dieses außergewöhnliche Spinnrad vielleicht einen neuen Wirkungskreis zu suchen, mal laut äußerte.... 

Was macht dieses Spinnrad so außergewöhnlich? 

Verschiedenes, zum Beispiel seine interessante Ausstattung: 

• Da sind die vielen Kugellager: 
Wie bei vielen Spinnrädern ist eines am Schwungrad, aber hier laufen auch die beiden Knechte kugelgelagert. 
Die Spulen sind auf der Achse kugelgelagert und der Flügel dreht im Spinnkopf auf einem Kugellager. 

Während bei meinen anderen Spinnrädern das Treten bei sich füllender Spule allmählich schwerer wird, tritt sich das Malottke vom ersten bis zum letzten Meter Garn superleicht und mit dem gleichen, widerstandsfreien Schwung.  

• Dann die Haspel, die man aufstecken kann. Direkt von der Spule runter kann das Garn im Strang gehaspelt werden. 

• Die beiden Spinnfügel, von denen der eine noch größer ist als der andere. 

• Die sehr großen Spulen, von denen die kleinen mindestens 200g Wolle fassen, die großen noch viel mehr. 
Die normalen Spulen haben je vier verschiedene Rillen für unterschiedliche Übersetzungen, Die Jumbospulen bieten zwei Übersetzungen. 
Und am Schwungrad sind insgesamt 5 Rillen, so dass man den Antriebsriemen optimal auf die Spulen und die verschiedenen Übersetzungen anpassen kann. 

(Mit dem normalen Flügel liegen die Übersetzungsmöglichkeiten zwischen 1:4 und 1:8; am Jumboflügel habe ich je nach Wirtel und Rille zwischen 5 und 6,5 Spulenumdrehungen pro Schwungradumdrehung gezählt.)

• Die fest installierte Lazykate, die wenigstens vier der Spulen ordentlich aufräumt. 
(Mein "Dornröschen" hat 6 normale Spulen und 2 Jumbospulen.)

• Auch der Einzugshaken ist fest installiert und somit immer zur Hand. 

• Und dann ist da noch die Flügelbremse: Während viele Spinnräder mit Flügelbremse in dem Ruf stehen, einen harten oder ruckeligen Einzug zu haben, kann das Malottke ganz sanft eingestellt werden. 

• Bei alldem ist das Spinnrad trotzdem sehr kompakt gebaut und braucht nicht viel Standfläche.  

Außergewöhnlich ist auch die Herkunft: 
Soweit ich weiß, wurden diese Räder in einer kleinen Werkstatt in Mecklenburg-Vorpommern handgefertigt, von Herrn von Malottke persönlich. Alle Holzteile sind liebevoll gedrechselt, auch die anderen Teile wurden mit viel Sachverstand und Liebe zum Detail konstruiert und montiert. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass man Malottke-Räder nur bei Herrn Malottke selbst kaufen kann, aber ich weiß nicht, ob das stimmt. Ich habe meines einer anderen Spinnerin abgekauft – war das vor zwei oder drei Jahren, oder ist es schon länger her? 

Leider schlummert es bei mir tatsächlich ein wenig im Dornröschenschlaf und wird im Gegensatz zu den anderen relativ wenig genutzt. 

Das hat verschiedene Gründe.

Vor allem liegt mir die Anatomie das Rades nicht so gut, wie die meiner anderen Spinnräder: 
Die Pedale am Malottke sind platzsparend "unter" dem Rad. 
Das spinnt sich super lümmelnd vom Sofa aus, aber den Zipperlein in den Knochen geschuldet sitze ich doch oft lieber auf einem Stuhl vor dem Rad und dann ist für meine bevorzugte Spinnweise der Platz zwischen Körper und Spinnflügel etwas knapp. Meine kurzen Beine und mein Bäuchlein spielen da sicher auch ein Rolle. 
Sodann liebe ich einen starken Einzug und spinne gerne auf Tempo. Und das Malottke ist eher ein sanftes und gemütliches Rad.  

Bilderstrecke: 

Die beiden Flügel:
Die Spulen zu den beiden Flügeln, mit je 2 bzw. 4 Übersetzungen: 
(Der Anfangsfaden war bei allen Spulen festgeklebt. Bei jenen dreien, die ich Betrieb hatte, habe ich das Klebeband entfernt.)
 Zum Vergleich mit einer Kromski-Spule: 
Der Jumboflügel mit den drei Kugellagern (zwei für die Spule und eines für den Flügel): 
Am Flügel wird eine Schraube gelöst, um die Spule aufzustecken und die Kugellager in Funktion zu bringen. 
Das dritte Kugellager (links im Bild, hier normaler Flügel) sorgt für reibungslosen Lauf des Flügels: 
Kugellager im Schwungrad und an den Knechtverbindungen: 
Die pfiffige Bremse: 
Und die Haspel:
Einmal im Kreis gedreht:

Und neben seiner Kromski-Kollegin:


Eigentlich mag ich das Dörnröschenrad sehr. Aber uneigentlich steht es viel zu viel ungenutzt rum. Das tut mir Leid und deshalb trage ich mich mit dem Gedanken, es weiterziehen zu lassen..... 




Montag, 20. November 2017

Frottee-Patchwork

Meine Frottee-Reste-Verwertungsaktion von neulich ist schon lange erfolgreich abgeschlossen. 
Die recht große Kiste ist jetzt leer bzw. schon wieder mit anderen Schätzen gefüllt. 
Nur zwei größere Rechtecke habe ich noch aufgespart, falls ich doch mal noch ein Stück Frottee für irgendwas brauche. 

Alle anderen Stoffecken und Fitzel wurden wild kombiniert und in farbenfrohe und praktische Duschmatten verwandelt. Weil sich die ersten ihrer Art wirklich gut bewähren. 
Da habe ich gleich ein paar nützliche und originelle Weihnachtsgeschenke.  

Es ist schon längst überfällig, die Matten mal endlich hier zu posten, aber irgendwie habe ich zur Zeit so wenig Lust, an Blogeinträgen zu schreiben..... (Und vermisse gleichzeitig meine eigenen Informationen. Also raffe ich mich heute mal wieder auf.) 

Memo: 
Stoffreste Frottee 100% Baumwolle 
Rückseite Baumwolle (Laken)
Patchwork mit der Overlock genäht (bewährt sich wegen der vielen Fussel)







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Montag, 13. November 2017

Täschchenparade

Die entstanden schon mitten im Sommer, fanden aber den Weg vor die Kamera bisher noch nicht.
Jetzt wird's aber Zeit, bevor sie mich im Advent schon wieder verlassen.  

Der blaue Stoff erinnert an mein altes geliebtes Sofa, das dann doch nach vielen, vielen Jahrzehnten intensiver Nutzung durch verschiedene Generationen hinweg eines Tages ausgedient hatte und nicht mehr zu retten war..... 
In diesen Täschchen lebt sein letzter Bezug, der aus gutem Leinen war, noch ein bisschen weiter.
Die Klöppelspitze aus Dornröschens Truhe ist eine prima Ergänzung, finde ich. 

Ein echtes Upcycling - Projekt. 







Ach ja - die drei gibt's ja auch noch. Ebenfalls aus einem gut abgehangenen Möbelstoff, der aber noch keinen Sofadienst geleistet hat. 

Freitag, 20. Oktober 2017

Janome QDC 4120

Das ist sie in voller Größe, meine computergesteuerte Diva. 

Wenn ich an die letzten eineinhalb Jahre denke, fallen mir doch einige Projekte ein, die sie wirklich gut gemeistert hat. Zum Beispiel die Spielereien mit der Zwillingsnadel sowie andere Schnörkel und Verzierungen.  Auch das Stopfen klappte auf Anhieb, sei es mit der automatischen Stopffunktion oder im Freihandmodus

Überhaupt, die Zierstiche: Die haben es mir ja besonders angetan und ihre Auswahl mag ich sehr, so dass ich mir seinerzeit eigens ein Stichmustertuch angefertigt hatte. 

Auch manchen Computerschnickschnack habe ich schätzen gelernt, z.B., die elektronische Fadenschere, die programmierbare Nadelposition am Nahtende und – große Klasse – die beiden automatischen Vernähfunktionen oder die Geschwindigkeitsregulierung. Das Nähen ohne Pedal hätte ich früher nie vermisst, benutze es an der Janome aber tatsächlich recht oft. 
Auch die "Hartplastik-Ausstattung", also der große Quilttisch und die stabile Kofferhaube haben sich sehr bewährt. 

Trotzdem: So richtig gute Freunde sind wir nicht geworden. 
Oft genug ertappe ich mich dabei, wie ich mich mal eben schnell an meine alte Tretmaschine setze um ein paar Stiche zu nähen. Jeder Handgriff ist mir seit Jahren vertraut und wir spielen optimal zusammen, die Maschine und ich. 
Die moderne, computergesteuerte Janome tickt doch ein bisschen anders und will auch ein bisschen anders behandelt werden und offenbar fehlt mir die Geduld, mich gründlich genug einzuarbeiten. 
So habe ich mich mit einem weinenden und keinem lachenden Auge dazu durchgerungen, mich von ihr zu trennen. Denn letztlich nutze ich sie viel zu wenig und kann den Platz gut anderweitig brauchen. 

Falls ich mir doch irgendwann mal eine neue Maschine gönnen werde, werde ich froh sein, mich an die Ausstattung und Features der Janome zu erinnern. 
Daher noch die Eck-Daten quasi für' s Archiv: 

Maße: 
L ca. 38cm, B ca. 16,5cm, H ca. 32cm
mit Anschiebetisch: L ca. 60cm, B ca. 28cm
Gewicht (nur Maschine, mit nichts dran): ca 6,6 kg
Durchgangsraum rechts der Nadel: ca. 17cm, H ca. 12cm

Füße: 
Zickzackfuß A (Multiflex: mit Knopf zum Ausgleich bei Höhenunterschieden am Nahtanfang) 
Kantennähfuß C
Reißverschlussfuß E
Satinfuß F
Blindtsichfuß G
1/4'' Saumfuß O
offener Applikationsfuß F2
Automatik-Knopflochfuß R
Stichübersicht: 


Links: 
Youtube-Video mit der Bedienung und Beschreibung
Beschreibung im Janome Maschinenarchiv

...am 27.10. ausgezogen.

Montag, 16. Oktober 2017

Frotteebeutelchen

Noch mehr Frottee-Resteverwertung: 

Die Kombination aus Frottee, Baumwollgarn und Knopflochfuß macht einfach Spaß. 
Deshalb sind in den letzten Tagen auch noch ein paar Täschchen in dieser Kombination aus der Nähmaschine gerutscht. 

Auf einigen Stoffstücken habe ich die Linien so verteilt, dass sich auf jeder Taschenseite eine völlig andere Optik ergibt. 

Auf den folgenden beiden Bildern liegen alle Beutel am gleichen Platz, aber jeweils mit der anderen Seite nach oben: 

Die Fotos der ausgebreiteten Panels entstanden an einem dunklen Abend schnell noch vor dem Zusammennähen und sind nicht besonders schön. Wenn ich sowas mal wieder mache, sind sie aber vielleicht hilfreich: 





Weil das Frottee so extrem viele Fussel in der Gegend verteilt, habe ich die Kanten alle mit der Overlock versäubert. 

Memo: 
Stoff: Frottee, 100% BW
Futter: BW - ebenfalls Reste
Verzierung:
mit Baumwollgarn "Catania" und dem Knopflochfuß auf der Pfaff 260.
Einstellung: Nadelposition links, Stichlänge 1, Stichbreite 1,5, 
für den Frottee mit etwas verringertem den Nähfußdruck
Nähte: Janome